Die Gurken sind abgeerntet, die Paprika wachsen noch fleißig und in den Lücken des Frühbeets wächst inzwischen kaum noch etwas. Gurken tragen im Frühbeet oft nur bis Ende August, Paprika kann dagegen meist noch bis zum Wintereinbruch geerntet werden. Viele Gärtner lassen die freien Flächen danach bis zum März liegen. Das ist schade, denn ein Frühbeet arbeitet im Herbst fast so verlässlich wie im Frühling. Es hält Frostnächte von den Pflanzen ab, verlängert die Erntezeit und liefert Blattgemüse, wenn das Freiland längst brach liegt.
Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Kulturen Sie Ende September und im Oktober noch aussäen können, wie Sie dabei vorgehen und wann Sie das Frühbeet lüften oder zusätzlich abdecken sollten.
Warum das Frühbeet auch im Herbst noch sinnvoll ist
Frostnächte sind ab Oktober wieder möglich. Ein Frühbeet schützt die Pflanzen vor kurzen Kälteeinbrüchen besser als ein Vlies auf dem freien Beet. Mit einer zusätzlichen Abdeckung aus Vlies, Noppenfolie oder Stoffbahnen lässt sich der Frostschutz bei Bedarf noch verstärken.
Auch der Boden profitiert davon, wenn die freien Flächen nicht über Monate ungenutzt bleiben. Abgeerntete Beete, die offen liegen, sind Erosion und Verschlämmung ausgesetzt. Außerdem kann vorhandener Stickstoff ausgewaschen werden. Eine neue Kultur nimmt Nährstoffe auf und bedeckt gleichzeitig die Erde.
Hinzu kommt, dass die Herbste in vielen Jahren vergleichsweise mild ausfallen. Dadurch verlängert sich die Anbauzeit für verschiedene Gemüsearten. Das Frühbeet schafft dabei zusätzliche Sicherheit und ermöglicht es, die Gartensaison auch nach dem Ende der Sommerkulturen noch zu verlängern.
Was Sie jetzt noch säen können
Ende September ist die Auswahl an geeigneten Kulturen kleiner als im August, aber einige Gemüse und Salate lassen sich auch jetzt noch anbauen. Als mögliche Spätkulturen im Frühbeet sind unter anderem Radieschen, Frührettich, verschiedene Salate, Spinat und Feldsalat möglich.
Die tatsächliche Entwicklungszeit hängt dabei von der Sorte, den Temperaturen und den Lichtverhältnissen ab. Die folgenden Angaben sind deshalb als Richtwerte zu verstehen:
| Kultur | Kulturzeit bis zur Ernte |
|---|---|
| Radieschen und Gartenkresse | ca. 6 Wochen |
| Kopf- und Pflücksalat (Jungpflanzen) | ca. 6 Wochen |
| Spinat | ca. 8 Wochen |
| Frührettich | ca. 10 Wochen |
| Feldsalat | ca. 12 Wochen |
Da die Tage im Oktober schnell kürzer werden, kann es in der Praxis etwas länger dauern. Im Herbst zählt jede Woche, deshalb gilt: Bei Radieschen und Salat sind frühe Aussaattermine besonders günstig.
Feldsalat
Feldsalat ist die klassische Herbstkultur. Er lässt sich den ganzen Herbst und Winter über ernten. Wer in Reihen sät, erleichtert sich später das Harken und Jäten. Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz nennt für das Freiland August bis Mitte September als Aussaatzeit, geerntet wird vom Spätherbst bis ins Frühjahr. Im Frühbeet haben Sie durch den geschützten Anbau etwas mehr Spielraum.
Wer im Oktober noch mit Feldsalat einsteigen möchte, greift am besten zu Jungpflanzen im Erdpresstopf. Die Presstöpfe sollten dabei nur etwa zur Hälfte in die Erde gesetzt werden. Das kann helfen, Fäulnis an den Pflanzen zu vermeiden.
Ein häufiges Problem beim Feldsalat ist Mehltau. Ein luftiger, nicht vollständig besonnter Standort hilft ebenso wie ein ausreichender Abstand zwischen den Pflanzen, da die Blätter dadurch schneller abtrocknen können. Es gibt außerdem tolerante Sorten wie 'Vit', 'Baron', 'Medaillon' und 'Trophy'.

Spinat
Spinat benötigt etwa acht Wochen bis zur Ernte. Bei einer Aussaat im August oder Anfang September ist er im Herbst oder Winter erntereif. Wird dagegen erst Ende September ausgesät, kann sich die Ernte je nach Witterung bis ins Frühjahr verschieben.
Gerade im Frühbeet können diese robusten Kulturen von den geschützten Bedingungen im Herbst profitieren.
Winterportulak
Winterportulak wird auch Postelein oder Kuba-Spinat genannt. Er gehört zu den Quellkrautgewächsen und ist nicht mit dem Sommerportulak verwandt. Die Blätter samt Stiel können roh oder gedünstet gegessen werden.
Winterportulak keimt nur bei Bodentemperaturen unter 12 °C. Deshalb entwickeln sich Aussaaten ab Mitte September besonders gut. Empfehlenswert ist ein Reihenabstand von etwa 20 Zentimetern. Bei einem milden Herbst, sorgfältigem Lüften, ausreichender Wasserversorgung und einer passenden Düngergabe sind unter günstigen Bedingungen sogar zwei Ernten möglich.
Asia-Salate, Radieschen und Kresse
Auch Asia-Salate und Babyleafs können im Herbst noch ausgesät werden. So können Sie freie Beetflächen optimal nutzen.
Wenn es besonders schnell gehen soll, sind Radieschen und Gartenkresse interessant: Beide Kulturen können bereits kurze Zeit nach der Aussaat erste Erträge liefern. Damit eignen sie sich besonders gut für Flächen, die nur noch für wenige Wochen genutzt werden können.
So säen Sie im Frühbeet
Lockern Sie die Erde vor der Aussaat gründlich auf und entfernen Sie Unkraut sowie Ernterückstände der vorherigen Kultur. Anschließend können Sie das Saatgut am besten in Reihen ausbringen. So behalten Sie den Überblick und erleichtern sich später das Jäten und Pflegen der Pflanzen.
Mit zusätzlichem Dünger können Sie sich bei den meisten Nachkulturen zurückhalten. Viele Herbstkulturen benötigen keine umfangreiche zusätzliche Düngergabe. Wichtiger ist eine gleichmäßige Wasserversorgung.
Halten Sie die Saat gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Staunässe ist im Herbst ein besonders großes Risiko, da Blätter und Boden aufgrund der niedrigeren Temperaturen und der kürzeren Tage langsamer abtrocknen. Kontrollieren Sie deshalb regelmäßig die Feuchtigkeit und vermeiden Sie dauerhaft nasse Erde.

Lüften und Frostschutz
Öffnen Sie das Frühbeet an sonnigen Tagen am Vormittag, sobald draußen Plusgrade herrschen, und schließen Sie es am Abend wieder. Auch im Herbst kann sich die Luft unter der Verglasung bei Sonnenschein deutlich erwärmen.
Wer tagsüber nicht zu Hause ist, kann auf eine Konstruktion mit automatischer Belüftung setzen. Ein temperaturgesteuerter automatischer Deckelheber öffnet das Frühbeet selbstständig, wenn es im Inneren zu warm wird, und schließt es wieder, wenn die Temperatur sinkt.
Bei Frost können Sie zusätzlich Vlies, Noppenfolie oder Stoffbahnen auflegen. Besonders Feldsalat profitiert von einem zusätzlichen Schutz. Kahlfröste können die Blattrosetten schädigen. Auch ein ständiger Wechsel von Frieren und Tauen kann zu braunen und faulenden Blattteilen führen. In diesem Fall sollten Sie die betroffenen Pflanzen zügig ernten. Ein geeignetes Vlies kann solchen Schäden vorbeugen.
Termine in Höhenlagen und anderen Regionen
In Höhenlagen, im Alpenvorland sowie in den Bergregionen Österreichs und der Schweiz kommt der erste Frost häufig früher. Dort sollten Sie eher die frühen Aussaattermine wählen oder direkt zu Jungpflanzen greifen.
Grundsätzlich lohnt sich bei einer späten Aussaat ein Blick auf die Wettervorhersage. Besonders wichtig sind die Temperaturen der kommenden ein bis zwei Wochen, da die Pflanzen bei einem frühen Kälteeinbruch deutlich langsamer wachsen können.
Was Sie jetzt vorbereiten können
Räumen Sie zunächst die freien Flächen im Frühbeet ab und lockern Sie den Boden. Säen Sie anschließend Feldsalat, Spinat und Winterportulak in Reihen aus. Ergänzen Sie die Aussaat um eine Reihe Radieschen oder Kresse, wenn Sie möglichst schnell ernten möchten.
Legen Sie außerdem rechtzeitig ein Vlies oder anderes geeignetes Abdeckmaterial bereit, bevor die ersten Frostnächte eintreffen. So können Sie bei einem überraschenden Temperatursturz schnell reagieren und Ihre Herbstkulturen schützen.
Fazit: Das Frühbeet muss im Herbst nicht leer bleiben
Wenn Gurken und andere Sommerkulturen aus dem Frühbeet verschwinden, muss die Gartensaison noch lange nicht vorbei sein. Feldsalat, Spinat, Winterportulak, Asia-Salate, Radieschen und Kresse können je nach Aussaatzeit und Witterung noch für eine zusätzliche Ernte sorgen.
Durch die geschützte Umgebung des Frühbeets lassen sich die verbleibenden Herbstwochen effektiv nutzen. Wer die Kulturdauer berücksichtigt, auf eine ausreichende Feuchtigkeit achtet und das Frühbeet an warmen Tagen lüftet, kann die freie Fläche noch einmal sinnvoll bepflanzen und die Erntezeit verlängern.